Wissen Sie womit man im Unteren Altmühltal seinen Trachtenhut schmückt? Nein, nicht mit einem Gamsbart, sondern mit einem „Stoafeder“-Büscherl. Das sind die Samen des Federgrases mit ihren bis zu 30 cm langen Grannen. Sie sehen aus wie zierliche Federn und haben so als origineller Hutschmuck Eingang in die Kultur des Unteren Altmühltales gefunden.
Das Federgras ist ein Überbleibsel aus wärmeren Zeiten der Erdgeschichte. Bis heute überdauert es auf trocken-heißen Felsbereichen. Das hübsche Gras teilt mit vielen anderen seltenen Arten diesen Standort, wie beispielsweise der Pfingstnelke und dem Zwerg-Sonnenröschen.
Der Landschaftspflegeverein VöF e.V. in Kelheim kartiert und pflegt diese sensiblen Standorte, um so den Bestand zu sichern und die Vermehrung zu ermöglichen. Die Pflanzen sind sehr trittempfindlich und manch ein Wanderer pflückt vielleicht unwissentlich die hübschen, aber gefährdeten Fruchtstände. Was auf normalen Wiesen kein Problem ist, kann den Bestand des Federgrases und seiner seltenen Begleiter beeinträchtigen.
Zusammen mit der Grund- und Hauptschule Ihrlerstein wurde der Lebensraum und die Ansprüche des Federgrases erarbeitet. Eine Ausstellung und ein Faltblatt informieren die Bevölkerung über das Federgras. Eine Kartierung zur Ermittlung der aktuellen Fundorte liefert die Grundlage für die weitere Sicherung der Art.
Quelle: Büro für Angewandte Botanik: „Die Altmühltaler „Stoafeder”- ein Bewohner der bayrischen Steppenheide”, Dezember 2008, Unveröffentlichter Bericht des LPV Kelheim, 9 Seiten
Landschaftspflegeverein VöF e.V.
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