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Fränkische Mehlbeere (Sorbus spec.)

Mainfränkische Ureinwohner gesucht - Kartierung endemischer Mehlbeeren

Mehlbeeren – was so trocken klingt, ist bei näherer Betrachtung hoch spannend: Die Gattung der Mehlbeeren ist ein Paradebeispiel für die Artbildung in unserer Zeit. Seit mehreren Jahrtausenden bilden Mehlbeeren regionale Sippen, das heißt, genetisch unterschiedliche Zweige der Gattung Sorbus. In Mainfranken wachsen die fränkischen UrEinwohner vor allem auf Muschelkalkböden. Die Verbreitung ihrer Samen übernehmen Vögel, die den orangefarbenen Früchten nicht widerstehen können.

Zu den Lebensräumen der Mehlbeeren gehören lichte Wälder und Waldsäume. Gefährdet sind sie dann, wenn diese lichten Waldbereiche zu dunkel werden. Denn Mehlbeeren sind konkurrenzschwach und brauchen viel Licht. Gezielte Maßnahmen, wie Auflichtung durch Entnahme von Gehölzen und Sicherung ihrer Standorte sollen den Urfranken zu Gute kommen. Das hilft nicht nur den Mehlbeeren, sondern vielen anderen Arten, mit denen sie den Lebensraum teilen zum Beispiel dem Diptam und der Kronwicke mit ihrem Kronwickenbläuling.

Wie viele gibt es? Wo wachsen sie? Wie können sie geschützt werden? Das sind die Fragen, denen in den Landkreisen Würzburg und Main-Spessart nachgegangen wurde. Die Landschaftspflegeverbände vor Ort hatten sich zur Aufgabe gemacht die  endemischen – weltweit nur in einer bestimmten Region wachsenden – Arten in Bayern zu untersuchen, kartieren und durch gezielte Pflegemaßnahmen zu vorzuschlagen. Nach einer erfolgreichen Kartierung und systematischen Aufarbeitung wurden mindestens sechs neue endemische Sorbus-Arten nachgewiesen. Durch die sehr genaue Wuchsorterfassung konnten bereits erste Pflegemaßnahmen wie Auflichtung des Waldbestands durchgeführt werden. In den kommenden Jahren sollen weitere Maßnahmen durchgesetzt und der Erfolg überprüft werden. Die Landschaftspflegeverbände in Würzburg und Main-Spessart stellten bei einem Pressetermin im Gelände Exemplare des fränkischen UrEinwohners vor und gaben Informationen zur Erhaltung dieser seltenen Baumarten.

Bericht: Institut für Vegetationskunde und Landschaftsökologie (IVL): „Endemische Mehlbeer-Arten der Gattung Sorbus in den Landkreisen Würzburg und Main-Spessart“, Februar 2009, Unveröffentlichtes Gutachten des LPV Würzburg und Main-Spessart, 63 Seiten

Mehr Informationen und Kontakt

Landschaftspflegeverband Würzburg e.V.
Zeppelinstr. 15
97074 Würzburg
Tel: 0931/8003-209
E-Mail: h.marquart@lra-wue.bayern.de

Landschaftspflegeverband Main-Spessart e.V.
Von Bodelschwingh-Str. 83
97753 Karlstadt
Tel: 09353/793-366
E-Mail: landschaftspflegeverband@lramsp.de

Mainfränkische Mehlbeeren
Bildautor: Norbert Meyer
Fränkeische Mehlbeere
Kartierung der Mehlbeeren
Landschaftspflegeverbände in Würzburg und Main-Spessart stellen bei einem Pressetermin den Mehlbeerenbaum vor
Presseartikel Mainpost 30.7.2008
Presseartikel Mainpost 9.2.2009