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Rotflügelige Schnarrschrecke (Psophus stridulus)

Auf den Spuren eines fränkischen UrEinwohners

Auf der Wiese zirpen Grillen und summen Bienen. Und wer schnarrt da? Dem Geräuschemacher kommt man auf die Spur, wenn man über die Wiese geht oder einfach eine zeitlang still verweilt. Ein sonst unsichtbarer, weil hervorragend getarnter Bewohner springt auf und erschreckt den Wiesenbesucher. Mit seinen knallroten Flügeln schwebt er weit über die Wiese, um dem vermeintlichen Feind zu entkommen. Schreckhaft sind sie, die Heuschrecken. Aber sie setzen sich auch zur Wehr: mit den roten Flügeln signalisiert die rotflügelige Schnarrschrecke ihren Widerstand. Beim Flug der Männchen entsteht das charakteristische und namengebende Schnarren, ähnlich dem Knarren einer langsam gedrehten Ratsche. Damit begeben sie sich auf die Suche nach Weibchen und hoffen auf Antwort.

Die Frankenalb und damit auch die Altmühlhänge weisen fast die Hälfte der bayerischen Fundorte der Feldheuschrecke auf. Dort kann man sie im Spätsommer auf mageren Wiesen und in Wacholderheiden hören und beobachten. Die Schnarrschrecke liebt es warm, sonnig und kurzrasig. Dafür müssen die Wiesen und Heiden gemäht und besser noch beweidet werden. Das Vorkommen der Heuschrecke zeigt an, dass der Lebensraum nicht nur für sie, sondern auch für zahlreiche andere Arten wie Silberdistel, Küchenschelle, Apollofalter intakt ist.

Es gibt zwei Vermutungen, woher sie kommt. Als wärmeliebende Art könnte sie ein Relikt aus wärmeren Klimazeiten sein, das die Eiszeit auf eisfreien Wärmeinseln überdauert hat. Oder sie ist vor 8000 bis 10000 Jahren in das nacheiszeitliche Bayern eingewandert. Beide Theorien lassen darauf schließen, dass die Schnarrschrecke schon sehr lange in Bayern ist, eben ein UrEinwohner.

Der Landschaftspflegeverband Mittelfranken kümmert sich darum, dass die Magerrasen und Wacholderheiden von den Hüteschäfern mit ihren Herden regelmäßig abgeweidet werden. Für Schulen wurden im Projekt Unterrichtsbausteine erarbeitet und Exkursionen zur Schnarrschrecke und ihrem Lebensraum angeboten. Insgesamt nahmen 200 Kinder an den Entdeckungsreisen auf die Schafhutung teil. Dabei konnten die Kinder den Schäfer kennen lernen und ihn so manch eine Frage zu seiner Arbeit und den Lebensraum Magerrasern stellen. Das aus Holz angefertigte Maskottchen „Schnarri“ begleitet die Kinder zu allen Aktionen. Eine geplante Entbuschungsaktion mit Landwirten und Freiwilligen musste leider wegen schlechtem Wetter abgesagt werden.

Wie die Schnarrschrecke schnarrt, kann hier angehört werden.

Mehr Informationen und Kontakt

Landschaftspflegeverband Mittelfranken e.V.
Stefanie Haacke
Feuchtwanger Str. 38
91522 Ansbach
Tel: 0981/4653 3527
E-Mail: haacke@lpv-mfr.de

Internet www.lpv-mfr.de

Rotflügelige Schnarrschrecke
Bildautor: LPV Mittelfranken
Schnarrschrecke
Bildautor: Heiko Bellmann
Lebensraum der Rotflügleligen Schnarrschrecke
Bildautor: LPV Mittelfranken
Kinder auf Exkursionen zur Schnarrschrecke und ihrem Lebensraum an
Foto: Enz
Kinder auf Exkursionen zur Schnarrschrecke und ihrem Lebensraum an
Kinderbrief nach einer Exkursionen zur Schnarrschrecke und ihrem Lebensraum an die Exkursionsleiterin