Nur wenige kennen ihn, den heimlichen Helden der Wertachauen. Dabei ist der hübsche, aber heimlich lebende Augenfalter ein echter „Hero“ des Überlebens in unserer Kulturlandschaft. Seinen ursprünglichen Lebensraum hat er verloren. Die einstigen intakten und lichten Flussauen boten ihm Licht, Schutz und die notwendige Vielfalt zugleich. Doch durch Flussverbauung und Aufforstung gibt es diese Naturauen kaum noch. Um zu Überleben, ist der schwäbische UrEinwohner an der Wertach auf Niederwälder und Magerwiesen ausgewichen.
Das Wald-Wiesenvögelchen fliegt hüpfend und niedrig im grasigen Übergangsbereich von Gehölzen und sonnigen Waldblößen. Viel weiß man bisher nicht von ihm. Der Landschaftspflegeverband Landkreis Augsburg hat es sich deswegen zur Aufgabe gemacht, Ökologie, Verbreitungsmuster und Populationsstärken des Falters näher zu untersuchen. Eines ist bereits klar: Bloße Unterschutzstellung des Lebensraums reicht für den Erhalt der Art nicht. Vielmehr müssen gezielte Aktionen wie Auflichtung von Wäldern organisiert werden.
"Ich komme wieder" behauptet so mancher Fernsehheld: zu hoffen bleibt, dass dies auch für unseren Helden und UrEinwohner gilt. Damit er nicht weiter heimlich bleibt, bot der Verband zahlreiche Exkursionen in die Wertachauen für Schulen und Senioren an. Anhand von vor Ort aufgestellten Infotafeln sowie einem mobilen Ausstellungsbanner wurde der Bevölkerung die Naturschätze vor der eigenen Haustür vorgestellt und näher gebracht. Ein Fachgutachten erzielte neue Ergebnisse zum Vorkommen des seltenen Schmetterlings und gibt Hinweise, wie ihm durch gezielte Pflege- und Schutzmaßnahmen effektiv geholfen werden kann. Im Vergleich zum Jahr 2005 konnten 17 neue Arten bei den Kartierungen im Untersuchungsgebiet nachgewiesen werden, 13 davon stehen auf der Roten Liste Bayerns. Mit insgesamt 58 nachgewiesenen Tagfalterarten ist das Gebiet als sehr artenreich einzustufen. Neben den Untersuchungen wurde in Zusammenarbeit mit Schulen und aktiven Senioren Projekttage organisiert. Tatkräftige Unterstützung fand der Verband bei dem Landrat Martin Sailer, der die Schirmherrschaft übernommen hatte.
Bericht: AGL_Schwaben- Büro für Landschaftsökologie; Dipl. Biol. Richard Engelschall, Egling a.d. Paar, Dezember 2008, Unveröffentlichter Bericht des LPV Augsburg, 63 Seiten
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