Landadel im Lechtal - Äcker mit Wildkräutern adeln
Ackerwildkräuter begleiten die Menschen im Lechtal seit mindestens 5.500 Jahren. Damals waren es noch wenige, meist unscheinbare Arten, die zwischen dem Getreide wuchsen. Später brachten die Römer die farbenprächtigen Vertreter aus dem Mittelmeerraum mit nach Deutschland.
Auch heute haben viele beim Stichwort „Acker“ ein goldgelbes Getreidefeld mit Kornblumen, Mohn und vielen anderen bunten Arten vor dem geistigen Auge. Draußen findet man diese Idylle freilich nur noch selten! Die sogenannte Ackerunkrautvegetation weist zusammen mit den Trockenrasen und nährstoffarmen Mooren und Feuchtwiesen die meisten gefährdeten Pflanzenarten auf. Im „Lebensraum Acker“ steht heute jede zweite Ackerwildkraut-Art auf der Roten Liste!
Durch die „Vertreibung des Landadels“ aus den Äckern werden diese zu „Nektarwüsten“. Somit verlieren auch viele Tierarten, die direkt oder indirekt auf Ackerwildkräuter als Nahrungsquelle angewiesen sind ihren Lebensraum.
Im Lechtal standen lange Jahre die Lechheiden im Focus des Naturschutzes, die „Edlen vom Acker“ haben sich in der Zwischenzeit fast unbemerkt „vom Acker gemacht“. Mit Hilfe des Projektes soll der Landadel wieder in den Köpfen der Menschen verankert und die Freude an blühenden Äckern geweckt werden.
Der Verein Lebensraum Lechtal konnte für das Projekt und den Schutz der Ackerwildkräuter starke Partner gewinnen: Die Untere Naturschutzbehörde Landsberg Lech hat einen Acker als Ackerreservat (ohne Ansaat) angepachtet. Der Landschaftspflegeverband Augsburg Land richtet einen Schauacker durch Ansaat ein. Sogar die Stadtwerke Augsburg beteiligt sich an der Anlage eines Schauackers.
Zur spielerischen Vermittlung des Kreislaufs und der Ökologie auf dem Acker und der Bedürfnisse der Wildkräuter, entwickelte der Verein im Projekt das Spiel „Schlag dich wacker auf´m Acker“. Das Spiel zum Selberbasteln können Sie hier herunterladen.
Im Rahmen eines Fotowettbewerbs gingen die Lechtaler auf die Suche nach dem Landadel. Für die, die sich noch nicht mit den Ackerunkräutern auskennen, bot der Verein Führungen und ein Faltblatt mit Informationen zum Landadel an. Eine Kartierung der Wildkräuter in einem Schwerpunktgebietes zwischen Augsburg und Landsberg am Lech ergab einen deutlichen Rückgang der bunten Begleitflora auf den Äckern. Das nimmt der Verein zum Anlass, weiter aktiv auf die gefährdeten Pflanzen und ihre Schutzbedürfnisse aufmerksam zu machen.
Mehr Informationen und Kontakt
Lebensraum Lechtal e.V.
Dr.-Ziegenspeck-Weg 10
86161 Augsburg
Tel:08231/86439
E-Mail: lebensraumlechtal@gmx.de
Internet: http://www.lebensraumlechtal.de/aktuelles/aktuelle_massnahmen/
