Deutscher Verband für Landschaftspflege - DVL e.V.
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Großer Brachvogel

Numenius arquata

Foto: Werner Witte_CC BY-NC 2.0 via flikr

Foto: Werner Witte_CC BY-NC 2.0 via flikr

Foto: LPV FFB

Foto: LPV FFB

Die Art

Der Große Brachvogel ist einer unserer größten bodenbrütenden Wiesenvögel und eine typische Art des Offenlandes. Wie sein Name schon sagt, war er früher vor allem auf brachliegenden Flächen zu beobachten. Dort brütete er seine Küken in Nestern auf dem Boden aus. Heute nimmt er auch mit Lebensräumen wie Mähwiesen und Äckern vorlieb. Mit seinem Federkleid ist er auf den Wiesen gut getarnt und kaum zu sehen. Häufig erkennt man ihn nur an seinem Ruf. Die Stimme ist ein lauter, sehr melodisch klingender, wehmütiger Ruf, der wie "kuri li" klingt.

Lebensraum:
Wiese
Größe:
Bis zu 60 cm
Besondere Merkmale:

Langer und stark nach unten gekrümmter Schnabel

Ökologie:

Der Großer Brachvogel nutzt wie viele weitere Wiesenbrüter ausgedehnte feuchte Wiesen oder extensiv genutztes Grünland als Bruthabitat. Als typische Bodenbrüter errichten er sein Nest in nicht zu dichter Vegetation in Bodenmulden. Zur Nahrung zählen Kleintiere des Bodens: Würmer, insbesondere Regenwürmer, Insekten und Larven, Schnecken, kleine Amphibien, aber auch Sämereien. Zu trockene Witterung und dadurch zunehmende Austrocknung der oberen Bodenschichten bedeuten Engpässe in der Nahrungsversorgung. Daher sind Kleingewässer oder nassere Flutmulden u.ä. in ihren Lebensräumen von großer Bedeutung.

Schutzstatus:
Rote Liste Bayern 1 Vom Aussterben bedroht; EU-Vogelschutzrichtlinie Anhang 1: besondere Schutzgebiete sind zu schaffen

Rückkehr in die alte Heimat

Der Brachvogel war früher ein häufiger Brutvogel im Ampermoos. Weil sich die Lebensraumbedingungen verschlechterten ging der Bestand in den letzten 50 Jahren stark zurück. Der Landschaftspflegeverband Fürstenfeldbruck setzt sich dafür ein, den Lebensraum wieder zu verbessern. So werden Streuwiesen gepflegt, Gräben angestaut um Feuchtflächen zu schaffen und Gehölze entfernt. Darüber hinaus engagiert sich der LPV beim Schutz der Gelege gegen Feinde und Schäden durch die Bewirtschaftung.

Im Projekt will der LPV die Öffentlichkeit auf die bedrohte Vogelart aufmerksam machen und Landwirte für eine wiesenbrüterfreundliche Bewirtschaftung schulen. Der LPV bietet Exkursionen und Informationsveranstaltungen an. Ebenso soll das Projekt helfen, um Störungen im Gebiet während der Brutzeit zu verringert. Hierzu ist die Aufklärung von Hundebesitzern und weiteren Freizeitnutzern geplant. Wenn Hunde an die Leine genommen werden, Wege nicht verlassen werden und andere Störungen vermieden werden, ist dies ein wichtiger Beitrag, um den Bruterfolg des Brachvogels im Ampermoos zu sichern.

Eine Abschlussveranstaltung mit Streuwiesenmahd zum Projektende soll alle Beteiligten und Interessierten zusammenbringen und sie für den Brachvogelschutz motivieren.

Projektstandort:
Kottgeisering, Türkenfeld, Grafrath
Kampagnenjahr:
2017
Tipp:

Am Aussichtsturm in Kottgeisering haben Besucher einen schönen Blick ins Ampermoos. Bei klarem Wetter ist auch das Alpenpanorama gut zu sehen. Hier oben können Interessierte in Ruhe Vögel beobachten ohne diese zu stören. Auch Naturführungen durch den hiesigen Gebietsbetreuer finden dort statt.

Kurzes Video: Der Gebietsbetreuer des Ampertals stellt den Großen Brachvogel vor.

Kontakt

Landschaftspflegeverband Fürstenfeldbruck
Kaiser-Ludwig-Straße 10
82256 Fürstenfeldbruck

Telefon: 08141/ 22 20 95
landschaftspflegeverband-ffb@t-online.de

www.lpv-ffb.de