Deutscher Verband für Landschaftspflege - DVL e.V.
headerimage_overlay

Großer Brachvogel

Numenius arquata

Foto: Susanne Hofmann

Foto: Susanne Hofmann

Foto: LPV FFB

Foto: LPV FFB

Die Art

Der Große Brachvogel ist einer unserer größten bodenbrütenden Wiesenvögel und eine typische Art des Offenlandes. Wie sein Name schon sagt, war er früher vor allem auf brachliegenden Flächen zu beobachten. Dort brütete er seine Küken in Nestern auf dem Boden aus. Heute nimmt er auch mit Lebensräumen wie Mähwiesen und Äckern vorlieb. Mit seinem Federkleid ist er auf den Wiesen gut getarnt und kaum zu sehen. Häufig erkennt man ihn nur an seinem Ruf. Die Stimme ist ein lauter, sehr melodisch klingender, wehmütiger Ruf, der wie "kuri li" klingt.

Lebensraum:
Wiese
Größe:
Bis zu 60 cm
Besondere Merkmale:

Langer und stark nach unten gekrümmter Schnabel

Ökologie:

Der Großer Brachvogel nutzt wie viele weitere Wiesenbrüter ausgedehnte feuchte Wiesen oder extensiv genutztes Grünland als Bruthabitat. Als typische Bodenbrüter errichten er sein Nest in nicht zu dichter Vegetation in Bodenmulden. Zur Nahrung zählen Kleintiere des Bodens: Würmer, insbesondere Regenwürmer, Insekten und Larven, Schnecken, kleine Amphibien, aber auch Sämereien. Zu trockene Witterung und dadurch zunehmende Austrocknung der oberen Bodenschichten bedeuten Engpässe in der Nahrungsversorgung. Daher sind Kleingewässer oder nassere Flutmulden u.ä. in ihren Lebensräumen von großer Bedeutung.

Schutzstatus:
Rote Liste Bayern 1 Vom Aussterben bedroht; EU-Vogelschutzrichtlinie Anhang 1: besondere Schutzgebiete sind zu schaffen

Rückkehr in die alte Heimat

Der Brachvogel war früher ein häufiger Brutvogel im Ampermoos. Weil sich die Lebensraumbedingungen verschlechterten ging der Bestand in den letzten 50 Jahren stark zurück. Der Landschaftspflegeverband Fürstenfeldbruck setzt sich dafür ein, den Lebensraum wieder zu verbessern. So werden Streuwiesen gepflegt, Gräben angestaut um Feuchtflächen zu schaffen und Gehölze entfernt. Darüber hinaus engagiert sich der LPV beim Schutz der Gelege gegen Feinde und Schäden durch die Bewirtschaftung.

Mit dem Projekt brachte der LPV die bedrohte Vogelart stärker in die Öffentlichkeit, motivierte engagierte Partner wie Kommunen und warb für eine wiesenbrüterfreundliche Bewirtschaftung. Er bot Exkursionen und Informationsveranstaltungen an und informierte rund um den Brutschutz, der für die bodenbrütenden Vögel überlebenswichtig ist. Engagierte Akteure erhielten einen Brachvogelkalender. Auf der Abschlussveranstaltung nahmen über 100 Praktiker teil, die sich über bodenschonende Schnitt- und Erntetechniken in der Streuwiese informierten.

Gemeinsam mit dem LPV Dingolfing-Landau gab der LPV die Naturgeschichte "Melodie im Moos" heraus. (Siehe Downloads)

Projektstandort:
Kottgeisering, Türkenfeld, Grafrath
Kampagnenjahr:
2017
Tipp:

Am Aussichtsturm in Kottgeisering haben Besucher einen schönen Blick ins Ampermoos. Bei klarem Wetter ist auch das Alpenpanorama gut zu sehen. Hier oben können Interessierte in Ruhe Vögel beobachten ohne diese zu stören. Auch Naturführungen durch den hiesigen Gebietsbetreuer finden dort statt.

Kurzes Video: Der Gebietsbetreuer des Ampertals stellt den Großen Brachvogel vor.

Bildergalerie

Kontakt

Landschaftspflegeverband Fürstenfeldbruck
Kaiser-Ludwig-Straße 10
82256 Fürstenfeldbruck

Telefon: 08141/ 22 20 95
landschaftspflegeverband-ffb@t-online.de

www.lpv-ffb.de