Deutscher Verband für Landschaftspflege - DVL e.V.
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Großes Mausohr

Myotis myotis

Foto: Dietmar Nill

Foto: Dietmar Nill

Die Art

Sie heißen Mopsfledermaus, Braunes Langohr oder Hufeisennase. Und sie leben häufig unbemerkt in direkter Nähe zum Menschen, ggf. sogar unter seinem Dach. Viele Menschen haben sie vielleicht schon einmal abends in der Dämmerung flattern sehen, aber aus der Nähe kennen sie nur die wenigsten. Das soll sich ändern. Der Dachboden der katholischen Pfarrkirche St. Michael in Thüngersheim beherbergt eine Wochenstube des Großen Mausohrs.

Das Große Mausohr ist unsere größte einheimische Fledermausart und im Sommerhalbjahr nahezu flächendeckend in Bayern verbreitet.

Lebensraum:
Siedlung
Größe:
Flügelspannweite ca. 40 cm
Besondere Merkmale:

Das Große Mausohr hat eine sehr kurze und breite Schnauze, die Ohren sind lang und breit.

Ökologie:

Nach dem Winter sammeln sich die Weibchen einer Kolonie in den Sommerquartieren, welche häufig in den Dachstühlen von Kirchen oder großen Gebäuden liegen. Die Kolonien nutzen die Quartiere während des kompletten Sommers und langfristig über die Jahre hinweg. Diese sogenannten Wochenstuben, in denen die Weibchen ihre Jungen gebären und großziehen, können aus mehreren hundert bis über tausend Individuen bestehen. Die Männchen hingegen verbringen den Sommer meistens einzeln, mit unterschiedlichen Hangplätzen, welche im Wald in Baumhöhlen oder Fledermauskästen, ebenso aber in Gebäuden liegen können.

Auch wenn die Quartiere der Wochenstuben vor allem in menschlichen Siedlungen liegen, nutzen die Großen Mausohren für die Jagd nach Beute vor allem Wälder. Die Hauptnahrung der Großen Mausohren besteht größtenteils aus flugunfähigen Laufkäfern, welche die Fledermäuse im Flug vom Boden abgreifen. Für diesen Jagdstil geeignete Wälder zeichnen sich durch lichte, hallenartige Bereiche für den Suchflug und teilweise unbedeckten Boden aus. Die nachtaktiven Säuger orientieren sich dabei mit Ultraschallrufen und Echoortung.

Schutzstatus:
Nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt, Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie Anhang II

Ein Sommer im Leben einer Fledermaus

Während sich die Forschung vor allem mit den Lebensraumansprüchen des Großen Mausohrs beschäftigt, wird ein wichtiger Beitrag zur Erfassung der Bestandsentwicklung von ehrenamtlichen Fledermausschützern geleistet. Diese dokumentieren jährlich in Kooperation mit den Koordinationsstellen für Fledermausschutz die Anzahl an Individuen in den Wochenstuben. Zusammen mit den Naturschutzbehörden wird auf diese Art die Entwicklung von Wochenstubenquartieren erfasst, und z.B. bei anstehenden Renovierungsarbeiten können so hilfreiche Hinweise zum Schutz der Tiere gegeben werden. Auch die Kontaktaufnahme und Beratung von Gebäudeeigentümern ist eine wichtige Aufgabe für den Fledermausschutz, denn das Große Mausohr ist auf menschliche Quartiere angewiesen.

Der Landschaftspflegeverband im Landkreis Würzburg engagiert sich für die Pflege des Lebensraums nach den Bedürfnissen der Fledermäuse. Er initiierte das Projekt für das Mausohr in Zusammenarbeit mit der Koordinationsstelle für Fledermausschutz und mit der Gemeinde und Pfarrgemeinde Thüngersheim.

Mittels einer Webcam, die im Dachstuhl der Kirche in Thüngersheim angebracht ist, konnten die Geschehnisse in der dortigen Wochenstube der Großen Mausohren über einen Livestream im Internet beobachtet werden. Zusätzlich wurde eine ausführliche Internetseite eingerichtet. Nachtwanderungen mit Ultraschalldetektoren und ein Workshop zum Selbstbau eines Fledermausdetektors gehörten zu den Aktivitäten des Projekts in diesem Jahr.

Projektstandort:
Lkr. Würzburg
Kampagnenjahr:
2010
Tipp:

Möchten Sie sich intensiver über diese geheimnisvollen Lebewesen informieren? Haben Sie Interesse, sich ehrenamtlich für den Feldermausschutz zu engagieren?

Dann schauen Sie doch mal vorbei unter www.fledermaus-wuerzburg.de

Bildergalerie

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Kontakt

Landschaftspflegeverband Würzburg e.V.
Zeppelinstr. 15
97074 Würzburg

Tel: 0931/8003-209
h.marquart@lra-wue.bayern.de