Deutscher Verband für Landschaftspflege - DVL e.V.
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Steinhummel

Bombus lapidarus

Foto: Alexandre Dulaunoy_CC BY-SA 2.0

Foto: Alexandre Dulaunoy_CC BY-SA 2.0

Die Art

Die Steinhummel gehört zu den häufigsten und bekanntesten Hummelarten.
Sie zählt sie zur Minderheit unter den Wildbienen, die in einjährigen Solitärstaaten leben: Die Jungköniginnen verlassen ihr Winterquartier im April und legen ein neues Nest an. Die Nistplätze befinden sich sowohl ober- wie unterirdisch, in allen dafür geeigneten Hohlräumen mit Vorliebe unter Steinhaufen und in Mauern, daher auch ihr Name, aber auch im Heu- und Stroh von Ställen, Vogelnistkästen und verlassenen Mäusenestern.

Zunächst übernimmt die Königin selbst den Bau von Brutzellen, legt Eier und füttert die Larven. Später übernehmen die inzwischen herangewachsenen Arbeiterinnen den Nestbau und die Brutpflege. Der Staat vergrößert sich und besteht schließlich aus etwa 300 Exemplaren. Mit Einbruch des Winters sterben die alte Königin, die Arbeiterinnen und die Drohnen. Die zukünftigen Königinnen verkriechen sich im Boden und überwintern, bis der Kreislauf wieder von vorne beginnt.

Steinhummeln sind „Langschläfer“. Die Arbeiterinnen beginnen erst 2 bis 3 Stunden nach Sonnenaufgang zu sammeln und beenden ihre Tätigkeit bereits am frühen Abend zwischen 18 und 19 Uhr. Außerdem fliegen sie erst ab einer Temperatur von etwa 10 °C, während andere Arten schon bei niedrigerer Temperatur zu sammeln beginnen.

Lebensraum:
Wiese
Größe:
Königin: 20 bis 22 Millimetern, Arbeiterin: 12 bis 16 Millimetern, Drohne: 14 bis 16 Millimetern
Besondere Merkmale:

Schwarz behaart mit leuchtend rotem Hinterleibsende

Ökologie:

Die Steinhummel braucht naturnahe und reich strukturierte Wiesen, Gärten und Parks mit Mauern oder Steinhaufen und einem reichhaltigen Blühangebot während des ganzen Sommers. Zu schaffen macht ihr die übermäßige Pflege von Grünanlagen und Hausgärten. Oft werden hier auch die nektarreichen Blüten, wie Klee und damit eine wichtige Nahrungsquelle entfernt. Schlecht für alle heimischen Nektarfresser sind die Pflanzung exotischer Stauden und Gehölze und der Einsatz von Insektiziden.

Die Steinhummel ist ein wichtiger Bestäuber der Wild- und Nutzpflanzen. Ohne die Steinhummel gäbe es viele Früchte nicht.

Schutzstatus:
Hummeln zählen zu den besonders geschützten Arten nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

Traunreut brummt

Die Stadt Traunreut ist als Industriestandort geprägt durch Geschosswohnungen mit großzügigen Freiflächen. Der Landschaftspflegeverband Traunstein startete die Initative "Traunreut brummt" zur Förderung von Blühflächen und Insekten in der Stadt. Zunächst warb der LPV bei der Stadt, ansässigen Firmen, Hausverwaltungen und Eigenheimbesitzern für die Anlage von Blühwiesen. Die Resonanz war überwältigend. Acht Blühflächen entstanden allein auf Firmengeländen, unterstützt von Anwohnern säte der LPV mehrere Wiesen an Wohnblocks an. Auch der Obst- und Gartenbauverein wandelte mit seiner Kindergruppe in Eigenarbeit eine Fläche in eine Blumenwiese um.

Um die bedrohte Steinhummel zu fördern, stellte der LPV eigens angefertigte Nistkästen auf. Die Steinhummel findet dann spätestens nach drei Jahren auf den artenreichen Wiesen ausreichend Nahrung. Das ist nicht nur gut für die Natur in der Stadt, sondern auch ein schöner Anblick für die Anwohner.

 

Sie wollen mehr wissen? Das Projekt wird ausführlich in der Broschüre "Natur in Kommunen" beschrieben. Die Broschüre können Sie hier bestellen.

Projektstandort:
Traunreut, Einwohnerzahl: 20.000
Kampagnenjahr:
2015
Tipp:

 

 

Bildergalerie

Kontakt

Landschaftspflegeverband Traunstein
Papst-Benedikt-XVI.-Platz
83278 Traunstein

Tel. 0861/58-393
E-Mail: voigt.lpv@lra-ts.bayern.de

www.landschaftspflegeverband-traunstein.de