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Bachmuschel (Unio crassus)

Muscheln gibt's nicht nur im Meer

Hätten Sie gewusst, dass es auch bei uns Muscheln gibt? Früher wusste das jedes Kind, denn die kleine Bachmuschel gab es zu Tausenden in den Bächen und Flüssen. Sie filtert das Wasser und hält es somit sauber und klar. Natürliche und saubere Fließgewässer mögen auch viele andere Flussbewohner, wie Flusskrebs, Steinkrebs und Bachforelle.

Die Entwicklung der Bachmuschel ist eng an das Vorkommen bestimmter Fischarten wie Elritze und Döbel gebunden. Nur an den Kiemen dieser Wirtsfische entwickeln sich die Larven zu Jungmuscheln. Wenn sie dann nach 3 bis 6 Wochen abfallen,  brauchen sie einen sauerstoffreichen Bachgrund , um sich niederzulassen. Dort verbringen sie eingegraben ins Substrat die ersten Jahre.

Heute sind Bachmuscheln vom Aussterben bedroht und stehen unter europäischem Schutz (Europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, Anhang II und IV). Gründe für den Rückgang sind Sediment- und Düngemitteleintrag in die Gewässer, Eingriffe in den natürlichen Verlauf und Strukturen der Gewässer und Fraßfeinde wie der Bisam.

In Mittelfranken gibt es noch Vorkommen in den Landkreisen Weißenburg-Gunzenhausen und Neustadt-Aisch. Dort versucht der Landschaftspflegeverband Mittelfranken die Belastung der Bäche durch Sediment und Düngemittel zu verringern. Zum Beispiel über Verträge mit Landwirten angrenzender Flächen. Wo möglich, macht der LPV die Gewässer wieder durchgängig, indem er Verbauungen entfernt und verbessert die natürliche Dynamik des Gewässers z.B. durch Einbringen von Holz oder Störsteinen. So kann wieder ein naturnahes Fließgewässer entstehen, dass Lebensraum vieler spezialisierter Tiere und Pflanzen ist.

Der LPV machte die Bachmuschel mit besonderen Aktionen bekannt: Führungen zum Lebensraum der Bachmuschel, Mal-und Kunstaktionen und ein Comic über die Bachmuschel und ihre Freundschaft zur Elritze gehörten dazu. Jugendliche durften in Rahmen eines Ferienprogramms selbst mit anpacken und Störsteine einbauen und Uferabstürze entfernen. Eine flexibel einsetzbare Ausstellung mit Eröffnung im Landratsamt rundete die Umweltbildungsarbeit ab.

Mehr Informationen und Kontakt

Landschaftspflegeverband Mittelfranken e.V.
Stefanie Haacke
Feuchtwanger Str. 38
91522 Ansbach
Tel: 0981/4653 3527
E-Mail: haacke@lpv-mfr.de

www.lpv-mfr.de

Foto: A. Hartl
Foto: A. Hartl
Foto: C. Beckstein
Foto: C. Beckstein
Foto: S. Haacke
Foto: S. Haacke