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Kleiner Esparsettenbläuling (Polyommatus thersites)

Ein Verwandlungskünstler weist den Weg

Aus einer grünen Raupe wird ein wunderschöner blauer Schmetterling. So viel weiß jeder über die Entwicklung eines Schmetterlings. Doch die Natur hat es für den Esparsetten-Bläuling nicht so einfach eingerichtet. Seine Raupe ist auf die Esparsette (Onobrychis) als Futterpflanze und auf die Symbiose (Vergesellschaftung zweier Arten zu beidseitigem Nutzen) mit Ameisen angewiesen. Erst wenn beides verfügbar ist, kann sich die Raupe entwickeln und schließlich zum Schmetterling werden.

Die Esparsette kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und gelangte mit den Ackerbau treibenden Menschen nach Bayern. Esparsetten waren früher wichtige, nahrhafte Futterpflanzen für schwer arbeitende Pferde in der Landwirtschaft. Und so haben die Menschen mit der Pflanze auch die auf sie angewiesenen Schmetterlinge mitgebracht. Heute wird die Esparsette nicht mehr angebaut und kann sich nur noch auf nicht intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen halten.

Wie zum Beispiel am Oschenberg östlich von Bayreuth. Aus dem ehemaligen Standortübungsplatz der Bundeswehr ist heute ein Naturschutzgebiet mit europaweiter Bedeutung (Natura 2000-Gebiet) geworden. In den artenreichen Salbei-Glatthafer-Wiesen und Kalkmagerrasen am Oschenberg wachsen neben der Esparsette viele weitere seltene Pflanzen. Außer dem Kleinen Esparsetten-Bläuling fliegen mehr als 420 weitere Schmetterlingsarten, davon 59 der Roten Liste Bayerns. Schäfer, Landwirte und der Landschaftspflegeverband Weidenberg und Umgebung (LPV) sorgen gemeinsam für die Offenhaltung des Muschelkalkrückens.

Der Oschenberg ist ein beliebtes Naherholungsziel für die Bayreuther Stadtbürger. Dies führt allerdings auch immer wieder zu Konflikten mit den Geboten des Naturschutzgebietes. Der LPV machte deswegen auf die Belange der tierischen und pflanzlichen Bewohner am Oschenberg aufmerksam. An einem Aktionswochenende im Juli entstanden mehrere Kunstobjekte zum Leben des Esparsetten-Bläulings aus Naturmaterialien. So arbeitete Künstler und Schmetterlingsexperte Julian Bittermann mit der Motorsäge eine Schmetterlingsskulptur aus einem Baumstamm heraus. Die Kunstobjekte säumen eine Zeit lang die Wege, an welche sich die Besucher des Naturschutzgebietes halten sollen. Daneben bot der LPV zahlreiche Führungen an.

Die Kunstwerke

Fotos: DVL und K. Schnürer

Für weitere Informationen über bayerischen UrEinwohner "Kleiner Esparsetten-Bläuling", die Künstler und dem Naturschutzgebiet Oschenberg besuchen sie die Internetseite www.ureinwohner2010.lpv-weidenberg.de.

Mehr Informationen und Kontakt

Landschaftspflegeverband Weidenberg und Umgebung e.V.
Barbara Dahinten
Rathausplatz 1
95466 Weidenberg
Tel: 09278/977-31
E-Mail: lpv-weidenberg@gmx.de

Foto: Bittermann
Widderchen auf Esparsette, Foto: Völkl
Foto: Bittermann