Eine Unke macht aktiv
Der Gelbbauchunke sollte man tief in die Augen schauen, dann geht einem das Herz auf: Die Pupillen der Gelbbauchunke sind herzförmig. Ihren Namen hat sie allerdings von der auffälligen gelb-orangenen Warnfärbung des Bauchs. Durch ihre unscheinbar gefärbte Oberfläche ist sie gut getarnt und schwer zu finden.
Ihr ursprünglicher Lebensraum sind Bach- und Flussauen, heute nimmt sie aber auch mit Ersatzbiotopen, wie Traktorspuren, Pfützen und Abbaustellen vorlieb. Diese müssen vegetationsarm und frei von konkurrierenden Arten und Fressfeinden sein. Sie gilt damit auch als eine Pionierart, die schnell neu entstehende Wasserstellen besiedelt. Durch die schnelle Erwärmung der kleinen und flachen Gewässer können sich Laich und Larven schnell entwickeln. Trotz dieser Eigenschaft und ihrer Toleranz ist sie stark gefährdet (Rote Liste Bayern 2) und auch in Europa als streng zu schützende Arte eingestuft (FFH Anhang IV).
Der Landschaftspflegeverband Regensburg hat ein Auge auf die seltene Unke. Er lässt in Stadt und Landkreis Regensburg die Vorkommen, Verbreitung und Populationsgröße erfassen. So genannte „Unkenpaten“ sollen den LPV zukünftig unterstützen. Das sind Freiwillige, die sich für den Schutz der Unke ausbilden lassen. Sie lernen, wie man Unken erfasst, welche Lebensraumbedürfnisse sie hat und welche Pflegemaßnahmen notwendig sind. Zum Mitmachen haben sich schon eine Jugendblaskapelle, eine Schulklasse, Kindergruppen, Naturschutzverbände und gemeldet. Sie lernen auch die "Unkenrufe" kennen. Die Paarungsrufe der Männchen ertönen im Frühsommer wie ein melodiöses „uh … uh…uh“. Wer diese Unkenrufe im Wald hört, weiß, dass sich dieses seltene Tier bei uns noch wohl fühlt.
Mehr Informationen und Kontakt
Landschaftspflegeverband Regensburg e.V.
Hartmut Schmid
Altmühlstraße 3
93059 Regensburg
Tel: 0941/4009 456
E-Mail: Hartmut.Schmid@landratsamt-regensburg.de
