
Ein UrBayer kehrt zurück
Majestätisch, imposant ist er und lebt doch scheu und heimlich in unseren Wäldern, weswegen wir einen unserer größten heimischen Vögel selten beobachten können: den Schwarzstorch. Er hat eine Körpergröße von bis zu einem Meter und ist damit etwas kleiner als sein Verwandter der Weißstorch. Sein Gefieder schillert metallisch und zur Brutzeit sind die Beine und der Schnabel von leuchtend roter Farbe.
Der Schwarzstorch war schon immer in Deutschland beheimatet. Durch seine heimliche Lebensweise ist es jedoch schwierig, genaue Bestandszahlen zu erhalten. In den letzten Jahrzehnten stellten Vogelkundler erfreulicherweise fest, dass die Zahl der Brutpaare wieder zunimmt. Bayern, vorwiegend im Osten, hat die größte Anzahl der Brutpaare in Deutschland und daher eine besondere Verantwortung. Auch in Rottal-Inn konnten bisher drei bis fünf Brutpaare entdeckt werden. Eine besondere Auszeichnung für den Landkreis, denn Schwarzstörche lassen sich nur dort nieder, wo es eine strukturreiche, naturnahe und störungsarme Landschaft gibt. Der Schwarzstorch braucht ein Mosaik von nicht zu dichten Laub- und Mischwäldern mit Altholz, Lichtungen, Waldmooren, waldnahen Feuchtwiesen und naturnahen Bächen und Flüssen, in denen er auch gerne und ausgiebig badet.
Anders als sein weißer Verwandter, ist er sehr störungsempfindlich und lebt daher sehr zurückgezogen. Der Schwarzstorch baut umfangreiche Baumnester aus Ästen, die einen Umfang von etwa 4,5 m haben können. An seinen Lebensraum hat er sich angepasst, in dem er seine Flügel, die sonst eine Spannweite von bis zu zwei Metern haben können, extrem abwickelt und sich so problemlos durch den Kronenbereich manövriert. Er ernährt sich vor allem von Fischen, aber auch von Amphibien und Insekten.
Der Landschaftspflegeverband Rottal-Inn pflegt die strukturreiche Landschaft im Landkreis: er lässt Feuchtwiesen mähen, renaturiert Gewässer und optimiert den Lebensraum für den Heimkehrer, wovon auch viele andere Tiere und Pflanzen, wie der Springfrosch oder das Sumpfherzblatt profitieren. Im Rahmen eines Expertenworkshops organisiert der LPV den Austausch von Kenntnissen und Erfahrungen über die Ökologie des Schwarzstorchs und weitere Möglichkeiten seines Schutzes, wie die Einrichtung von Nestschutzzonen.
Aber auch die Bevölkerung soll den scheuen „Mitbewohner“ kennen lernen. Bei Waldjugendspielen und Exkursionen können Kinder und Erwachsene den Wald und seine Bewohner entdecken. Als krönenden Abschluss gibt es ein uriges Schwarzstorch-Sommerfest mit Schafkopfturnier und zünftiger Musik.
Mehr Informationen und Kontakt
Landschaftspflegeverband Rottal-Inn e.V.
Rainer Blaschke
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84347 Pfarrkirchen
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