Deutscher Verband für Landschaftspflege - DVL e.V.
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Bayerische UrEinwohner von europäischen Rang

Artenschutzkampagne Bayerns UrEinwohner startet mit neuen Projekten und europäisch bedeutsamen Arten

21. April 2017

München, Ansbach, 15.03.2017 Bodensee-Vergissmeinnicht, Großer Brachvogel und Gelbbauchunke gehören zu den ausgewählten UrEinwohnern der Kampagne „Bayerns UrEinwohner“ 2017 und 2018. Sie sind Arten, die nach den europäischen Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien besonders geschützt werden müssen und für die Bayern Verantwortung trägt. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege startet gemeinsam mit den bayerischen Landschaftspflegeverbänden die erfolgreiche Artenschutzkampagne erneut und will damit die europäische Bedeutung des Artenschutzes bewusster machen. Ermöglicht wird dies durch die Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf betonte zum Projektstart: „Wir wollen Bayerns UrEinwohnern auch in Zukunft eine Heimat bieten. Die Kampagne ist ein wichtiger Baustein zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Im nunmehr zehnten Jahr fördert das Umweltministerium die Gemeinschaftsaktion mit den bayerischen Landschaftspflegeverbänden und inzwischen rund 90 Projekten. Wir haben damit eine der erfolgreichsten und kreativsten Naturschutzkampagnen in Deutschland etabliert. An diese Erfolge wollen wir auch in Zukunft anknüpfen.“

In sieben Projekten der bayerischen Landschaftspflegeverbände, die im Sommer 2017 starten, sollen die Landnutzer und die Öffentlichkeit für die besonderen Arten und deren Erhalt sensibilisiert werden und für Akzeptanz geworben werden. Zum Beispiel organisiert der Landschaftspflegeverband in der Stadt Lindau das Sammeln von Treibholz, das dem Bodensee-Vergissmeinnicht schadet und initiiert ein Kunstprojekt daraus. Der Landschaftspflegeverband arbeitet beim Schutz des Bodensee-Endemiten auch mit den benachbarten Ländern Baden-Württemberg, Österreich und Schweiz zusammen. In einem weiteren Projekt organisieren die Landschaftspflegeverbände Dingolfing-Landau und Fürstenfeldbruck, die beide große Wiesenbrütergebiete betreuen, mit dem Großen Brachvogel als Leitart einen Erfahrungsaustausch der Landnutzer und Naturschützer. Der Landschaftspflegefonds im Landkreis Cham setzt sich bei Waldbesitzern für die Entstehung von Laichplätzen für die Gelbbauchunke ein. Mit den Projekten sollen die Bemühungen für den Artenschutz gestärkt und positive Naturerlebnisse geschaffen werden.

Das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 ist eine der weltweit ambitioniertesten und wirksamsten Schutzmaßnahmen für die biologische Vielfalt. Der Freistaat hat auf 11,4% der Landesfläche Natura 2000-Gebiete ausgewiesen. Zahlreiche Arten, wie die ausgewählten UrEinwohner sind auf diese Lebensräume angewiesen. „Es ist eine der Kernaufgaben der Landschaftspflegeverbände, die Lebensräume zu pflegen. Damit erhalten wir unsere bayerische Heimat!“ betont Nicolas Liebig, Landessprecher der bayerischen Landschaftspflegeverbände.

Bayerns UrEinwohner sind ausgewählte heimische Tiere und Pflanzen. Viele davon sind gefährdet und müssen geschützt werden. Die bayerischen Landschaftspflegeverbände engagieren sich für den Schutz der biologischen Vielfalt und unterstützen die Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie, sowie die Umsetzung der den europäischen Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien.

Die bayerischen UrEinwohner 2017/2018 sind: Großer Brachvogel -Landkreise Dingolfing-Landau und Fürstenfeldbruck, Gelbbauchunke – Landkreis Cham, Bodensee-Vergissmeinnicht – Lindau, Feldhamster -Landkreise Würzburg und Kitzingen, Bienen-Ragwurz – Landkreis Lichtenfels, Wachtelkönig – Landkreis Kelheim