Deutscher Verband für Landschaftspflege - DVL e.V.
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Deutscher Sandlaufkäfer, Foto: Manfred Rauh

Weinbergstulpe, Foto: Artur Baumann

Flussperlmuschel, Foto: DVL

Wolfsmilchschwärmer, Foto: Manfred Rauh

Bayerns UrEinwohner 2010:

Die schnellsten Läufer und seltensten Beeren im Freistaat

29. März 2010 Christiane Feucht

Bayerische Landschaftspflegeverbände werben mit 16 Tier- und Pflanzenarten für Artenschutz / Bayerisches Umweltministerium unterstützt Kampagne 2010 mit 210.000 Euro

Ansbach, München 29.3.2010. Großes Mausohr, Deutscher Sandlaufkäfer, Hohenesters Mehlbeere und Kleines Flohkraut gehören zu den hochgradig gefährdeten Tier- und Pflanzenarten in Bayern. Die bayerischen Landschaftspflegeverbände haben in diesem Jahr 16 Arten für ihre bundesweit einzigartige Artenschutz-Kampagne "Bayerns UrEinwohner" ausgewählt. Acht davon sind laut der Bayerischen Roten Liste vom Aussterben bedroht. Mit bunten und ungewöhnlichen Aktionen, wie einem Volkslauf für den Sandlaufkäfer und einer Menschenraupe für den Wolfsmilchschwärmer werben sie im "Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt" für den Erhalt der bayerischen Arten und Lebensräume. Einige Arten werden im Rahmen der Kampagne gezielt vermehrt und im ursprünglichen Lebensraum angesiedelt, so zum Beispiel die Flussperlmuschel und die Hohenesters Mehlbeere.

Melanie Huml, Umweltstaatssekretärin: "Bayerns Tier- und Pflanzenwelt ist einzigartig. Unsere Kinder sollen sie in ihrer Vielfalt auch zukünftig noch erleben können. Die bayerischen Landschaftspflegeverbände tragen mit der Aktion 'Bayerns UrEinwohner' dazu bei, die Ziele der Bayerischen Biodiversitätsstrategie zu erreichen." 2008 hat die Staatsregierung die Bayerische Biodiversitätsstrategie beschlossen, um die Artenvielfalt zu erhalten und die Lebensräume von Mensch, Tier und Pflanzen zu sichern. Das Bayerische Umweltministerium unterstützt 'Bayerns UrEinwohner' 2010 mit 210.000 Euro.

Die Landschaftspflegeverbände beziehen Vertreter verschiedener Gruppen in ihre Arbeit und insbesondere in die UrEinwohner-Projekte gezielt mit ein. "Es ist nicht nur die Aufgabe von engagierten Naturschützern die Arten zu schützen, sondern eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung, die wir auch weitergeben wollen", so Klaus Blümlhuber, Landessprecher der bayerischen Landschaftspflegeverbände. "Mit den UrEinwohnern steigern wir die Wertschätzung der heimischen Arten in der Bevölkerung und stellen Artenschutz auf eine breitere Basis."

Beispiele der UrEinwohner-Projekte

Wo das Großes Mausohr fliegt, ist die Kulturlandschaft noch intakt. Die streng geschützte Fledermausart bezieht in der Gemeinde Thüngersheim im Landkreis Würzburg ihr Sommerquartier im Dachstuhl der örtlichen Kirche. Mit einer installierten Webcam können die Gemeindemitglieder und andere Interessierte die heimlichen Kirchbewohner beobachten.

Einen Volkslauf für den Sandlaufkäfer organisiert der Landschaftspflegeverband im Landkreis Lichtenfels gemeinsam mit dem örtlichen Sportverein um den Staffelberg. Der hoch gefährdete Deutsche Sandlaufkäfer ist nämlich auf pflanzenfreie Stellen angewiesen, die z.B. durch Tritt von Tieren oder Menschen entstehen.

Die Flussperlmuschel ist eine absolute Rarität und nur noch in wenigen Gewässern Bayerns zu finden. Im Landkreis Passau werden in diesem Jahr junge, erfolgreich nachgezüchtete Flussperlmuscheln in die Ilz, eines der bedeutendsten und ursprünglichsten Flusssysteme des Bayerischen Waldes, eingebracht.

Von der Hohenesters Mehlbeere gibt es weltweit nur sieben Exemplare im Landkreis Forchheim. Eine Erhaltungszucht mit einem Lehrpfadkonzept soll sicherstellen, dass diese besondere Mehlbeerenart nicht unwiederbringlich ausstirbt. Als Bewohner von Felsköpfen, Waldrändern und lichten Wäldern trägt die Mehlbeere zum typischen Landschaftsbild auf der Frankenalb bei.

Bayerns UrEinwohner sind ausgewählte heimische Tiere und Pflanzen. Diese Arten sind gefährdet und müssen in ihren Lebensräumen geschützt werden. Die bayerischen Landschaftspflegeverbände engagieren sich für den Schutz der biologischen Vielfalt und unterstützen die Bayerische Biodiversitätsstrategie.

Hier geht es zu den Arten und Projekten 2010.

Kontakt: Christiane Feucht, Deutscher Verband für Landschaftspflege,

Tel: 0981/4653-3543, E-Mail: feucht(at)lpv.de