Deutscher Verband für Landschaftspflege - DVL e.V.
headerimage_overlay

"Bayerns UrEinwohner" verbinden Natur und Kultur - Ausstellung über "Gamsbart der Altmühltaler - das Federgras" eröffnet

16. Oktober 2008 Christiane Feucht

Essing, Ansbach, 17.10.2008. Das Federgras ist ein Musterbeispiel für die enge Verbindung von Natur und Kultur. Die filigrane Pflanze wächst auf Felsköpfen des Altmühltales und schmückt die Trachtenhüte der Altmühltaler. Das ist das Thema der neuen Ausstellung im Rahmen der Kampagne "Bayerns UrEinwohner" der bayerischen Landschaftspflegeverbände. Heute wurde sie mit Staatsminister Dr. Otmar Bernhard in Essing eröffnet. 

"Das gute Engagement in Essing und Umgebung, aber auch der bayernweite Einsatz der Landschaftspflegeverbände macht deutlich, was den Artenschutz in Bayern besonders auszeichnet: Wir machen Artenschutz zusammen mit den Menschen," so Staatsminister Bernhard. 

Die Ausstellung wurde vom Landschaftspflegeverein VöF initiiert und informiert über den Lebensraum, Schutzbedürftigkeit und die Gefährdung des seltenen Federgrases. Beleuchtet wird auch seine Bedeutung in der Kultur und Tradition des Altmühltals: Die "Stoafeder" hat bereits 1780 Eingang in die Trachtenkultur der Altmühltaler gefunden. Als Gamsbart der Altmühltaler schmückt sie bis heute die Hüte der Männer.

"Unsere Landschaft ist eine Kulturlandschaft, seit Jahrhunderten geprägt durch die Nutzung des Menschen. Durch das enge Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur haben viele Arten unserer Landschaft Eingang in die Kultur gefunden, "so Klaus Blümlhuber, Landessprecher der bayerischen Landschaftspflegeverbände. "Das Federgras ist ein besonders charakteristisches Beispiel dafür. Der Trachtenverein 'Randecker Buam' pflegt die Tradition der 'Stoafeder', so wie wir die Lebensräume und Arten unsere Landschaft pflegen."

Das Federgras wächst auf den felsigen Trockenstandorten im Unteren Altmühltal. Sie sind Relikte aus der nacheiszeitlichen Wärmezeit und überdauern in den trocken-heißen Felsbereichen. Diese teilen sie mit zahlreichen seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten z.B. die rotflügelige Ödlandschrecke und der Pfingstnelke. Diese Arten sind durch Verbuschung der Standorte und Tritt gefährdet. Der Landschaftspflegeverein VöF ist für den Schutz und die Pflege der Region Unteres Altmühltal aktiv und kümmert sich um den Erhalt des Federgrases und der sensiblen Standorte.

Die Eröffnung der Ausstellung ist eine von über 100 Aktionen und Veranstaltungen, die im Rahmen der Kampagne Bayerns UrEinwohner in diesem Jahr stattgefunden haben. Dazu gehören auch ein Vorlese- und Malbuch über die Abenteuer des Wildpferdes Oskar in unserer Kulturlandschaft und ein Hörspiel "Kasperl und das Löffelkraut". Ziel der Kampagne ist es, die heimischen Tier- und Pflanzenarten in den Blickpunkt zu bringen und Artenvielfalt und Artenschutz erlebbar machen.

"Bayerns UrEinwohner" sind 17 ausgewählte Tier- und Pflanzenarten mit besonderer regionaler Bedeutung für die Artenvielfalt in Bayern. Neben Artenschutzmaßnahmen machen die Landschaftspflegeverbände die Arten mit vielfältigen Aktionen, z.B. Erlebnistage, Lehrpfade und Ausstellungen für alle bekannt und erlebbar. Die Kampagne wird unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.

Mehr Informationen und Bilder zur Kampagne gibt es unter www.bayerns-ureinwohner.de

Kontakt:
Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) e. V.
Koordinierungsstelle Bayerische Landschaftspflegeverbände
Christiane Feucht, Dr. Jürgen Metzner
Tel. 0981/4653-3540, Mobil: 0176/64836245
Feuchtwanger Str. 38, 91522 Ansbach