Deutscher Verband für Landschaftspflege - DVL e.V.
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Foto: Matthias Hammer

Foto: Andreas Niedling

Biologische Vielfalt und Landwirtschaft

Bayerischen Landschaftspflegeverbände werben für Artenschutz und fordern stärkere Einbindung in Agrarpolitik

25. Mai 2010

Ansbach, 25.5.2010. Fledermäuse im Kirchendachstuhl im Landkreis Würzburg und eine der weltweit seltensten Baumarten im Landkreis Forchheim präsentierten die bayerischen Landschaftspflegeverbände gestern der Öffentlichkeit. Diese Aktionen gehören zu der Artenschutzkampagne Bayerns UrEinwohner. Anlässlich des Welttags der biologischen Vielfalt weisen der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) und die bayerischen Landschaftspflegeverbände auf die Bedrohung und den notwendigen Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenarten hin. "Das ist nicht nur die Aufgabe von engagierten Naturschützern die Arten zu schützen, sondern eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung", so Klaus Blümlhuber, Landessprecher der bayerischen Landschaftspflegeverbände.

Daher fordern der DVL und die Landschaftspflegeverbände den Schutz der biologischen Vielfalt stärker in die Landbewirtschaftung zu integrieren und die landwirtschaftliche Förderpraxis entsprechend anzupassen. "Trotz hoher internationaler Ziele, haben wir es bislang nicht geschafft, den Artenverlust zu stoppen. Dafür reichen Schutzgebiete offensichtlich nicht aus. Wir müssen den Schutz der Biodiversität besser in die Fläche und in die Förderprogramme der Landwirtschaft integrieren", so Dr. Jürgen Metzner, Geschäftsführer des DVL.

Zu den zentralen Forderungen einer aktuell vom DVL veröffentlichten Stellungnahme zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 ist daher, neben der Weiterentwicklung des Vertragsnaturschutzprogramms, die bundesweit flächendeckende Einführung von Landschaftspflegeprogrammen nach dem Vorbild Bayerns. Mit derartigen Programmen können nach Erfahrung der Landschaftspflegeverbände sehr zielgerichtet Maßnahmen zum Schutz von Arten und Lebensräumen umgesetzt werden. So können Landwirte beispielsweise für eine extensive Bewirtschaftung ihrer Flächen finanziell entgolten werden und gezielt Lebensräume gefährdeter Arten, wie der Hohenesters Mehlbeere in Forchheim gepflegt werden.

Die präsentierten UrEinwohner-Projekte

Wo das Großes Mausohr fliegt ist die Kulturlandschaft noch intakt. Die streng geschützte Fledermausart bezieht in der Gemeinde Thüngersheim im Landkreis Würzburg ihr Sommerquartier im Dachstuhl der örtlichen Kirche. Mit einer installierten Webcam können sich die Gemeindemitglieder und andere Interessierte die heimlichen Kirchbewohner beobachten.

Von der Hohenesters Mehlbeere gibt es weltweit nur sieben Exemplare im Landkreis Forchheim. Eine Erhaltungszucht mit einem Lehrpfadkonzept soll sicherstellen, dass diese besondere Mehlbeerenart nicht unwiederbringlich ausstirbt. Als Bewohner von Felsköpfen, Waldrändern und lichten Wäldern trägt die Mehlbeere zum typischen Landschaftsbild auf der Frankenalb bei.

Bayerns UrEinwohner sind ausgewählte heimische Tiere und Pflanzen. Diese Arten sind gefährdet und müssen in ihren Lebensräumen geschützt werden. Die bayerischen Landschaftspflegeverbände engagieren sich für den Schutz der biologischen Vielfalt und unterstützen die Bayerische Biodiversitätsstrategie.

Weitere Informationen unter www.bayerns-ureinwohner.de und www.landschaftspflegeverband.de

Die Stellungnahme des DVL zur Gemeinsamen Agrarpolitik 2013 finden Sie unter http://www.lpv.de/uploads/media/DVL-Stellungnahme_zur_GAP.pdf

Kontakt: Christiane Feucht, Deutscher Verband für Landschaftspflege,

Tel: 0981/4653-3543, E-Mail: feucht(at)lpv.de