Deutscher Verband für Landschaftspflege - DVL e.V.
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Bunte Wildkräuter, Foto: Güthler

Rittersporn, Foto: Lebensraum Lechtal

Frauenspiegel, Foto: Lebensraum Lechtal

Sommer-Adonisröschen, Foto: Niedling

Blühender Landadel auf dem Acker

Bunte Vielfalt der Ackerwildkräuter erhalten Landschaftspflegeverbände werben für blütenreiche Kulturlandschaft

06. Juli 2009 Christiane Feucht

Ansbach, 06.07.2009 - Ackerrittersporn, Frauenspiegel und Sommer-Adonisröschen heißen die Farbtupfer, die in diesen Wochen auf den Feldern blühen. Sie sind seit tausenden von Jahren Begleiter des Ackerbaus in unserer Kulturlandschaft. Mittlerweile sind sie durch intensive Landwirtschaft und Nutzungsaufgabe stark gefährdet. In der Artenschutz-Kampagne "Bayerns UrEinwohner" der bayerischen Landschaftspflegeverbände stehen die drei vermeintlichen "Un"kräuter im Blickpunkt: Im Landkreis Forchheim prämiert der Landschaftspflegeverband mit einem Wettbewerb den schönsten Acker; im Lechtal sind Paparazzi für einen Fotowettbewerb auf der Spur des Landadels. Sie können ihr Wissen außerdem mit dem Kinderspiel "Schlag dich wacker auf'm Acker" erweitern. Mit diesen Aktionen werben die Landschaftspflegeverbände für den Schutz der Ackerwildkräuter.

Ackerwildkräuter sind Indikatoren für die Artenvielfalt im Lebensraum Acker. Wo sie wachsen, sind meist auch viele Tierarten zu finden. Die Wildkräuter haben ihre Lebensweise und Standortansprüche an die Kulturarten angepasst und sind an eine schonende, traditionelle Ackernutzung angewiesen. Die Landschaftspflegeverbände im Landkreis Forchheim und der Verein Lebensraum Lechtal kartieren die dortigen Bestände der Wildkräuter, um potentielle Schutzäcker herauszufinden. Klar ist, dass der Schutz der Kräuter nur in Zusammenarbeit mit den Landwirten funktionieren kann. Als Basis dafür gibt es z.B. Vertragsnaturschutzprogramme, die den Ertragsausfall für die Landwirte z.B. durch den Verzicht auf Dünger und Herbizide kompensieren.

Blütenreiche Äcker bieten für Spaziergänger und Naturfreunde eine willkommene Bereicherung des Landschaftsbildes. Um dies zu erhalten und dem drastischen Artenschwund auf den Äckern zu begegnen, engagiert sich der Deutsche Verband für Landschaftspflege beim Aufbau eines bundesweiten Schutzgebietsnetzes für Ackerwildkräuter. Auch die UrEinwohner-Projekte haben zum Ziel, das Schutzgebietsnetz zu ergänzen und damit zum Erhalt der regionalen Ackerwildkräuter beizutragen.

Hintergrund

Neben der chemischen Unkrautbekämpfung haben Saatgutreinigung, verbesserte Bodenbearbeitung, früher Stoppelumbruch und die Veränderung der Standorte durch Aufkalkung, Düngung und Drainage zur drastischen Abnahme der Artenvielfalt auf den Feldern beigetragen. Von den in Deutschland gefährdeten 93 Ackerwildkrautarten sind 15 Arten bereits ausgestorben. Somit gehören die Ackerwildkrautgesellschaften zusammen mit den Pflanzengesellschaften der Trockenrasen, der Moore und der Feuchtwiesen zu den Vegetationstypen mit den meisten bedrohten Pflanzenarten. Betroffen sind auch die Tierarten des Lebensraum Acker: 66% aller Feldvögel sind bedroht, dazu gehören Grauammer und Feldlerche. Die durch Verzicht auf Dünger nur locker stehenden Kultur- und Wildpflanzen werden auch vom Niederwild wie Rebhuhn, Wachtel, Hase und Reh als Unterschlupf und Äsungsflächen genutzt.

"Bayerns UrEinwohner" sind 13 ausgewählte Tier- und Pflanzenarten mit besonderer Bedeutung für die Artenvielfalt in Bayern. Neben Schutzmaßnahmen machen die bayerischen Landschaftspflegeverbände die Arten mit vielfältigen Aktionen bekannt und erlebbar. Die Kampagne wird gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit und unterstützt die Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie.

 

Weitere Informationen zu Ackerwildkräutern im Landkreis Forchheim und dem Adonis-Wettbewerb "Wer ist der Schönste Acker?": Andreas Niedling, Landschaftspflegeverband Forchheim, Tel: 09194 /723-447, E-Mail: andreas.niedling@lra-fo.de

Weitere Informationen zum Landadel im Lechtal: Birgitt Kopp, Lebensraum Lechtal e.V., Tel:08231/86439, E-Mail: lebensraumlechtal@gmx.de

Weitere Informationen zum Projekt "100 Äcker für die Vielfalt" www.schutzaecker.de


Kontakt: Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) e. V.
Christiane Feucht, Tel.: 0981/4653-3540, Mobil: 0176/64836245