Deutscher Verband für Landschaftspflege - DVL e.V.
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Der Fränkische Gott des Frühlings braucht es sonnig

19. Mai 2008 Christiane Feucht

Mehr als 100 Aktionen der Landschaftspflegeverbände für Artenvielfalt in Bayern

Ansbach/Lichtenfels, 22.5.2008. - Mit mehr als 100 Veranstaltungen und einer einwöchigen Reise zu den UrEinwohnern im September wollen die bayerischen Landschafts-pflegeverbände Lust auf Vielfalt verbreiten. Zu Beginn steht der fränkische Apollofalter im Mittelpunkt. Er bekam seinen Namen vom griechischen Gott Apollon, der Gott des Lichts und des Frühlings. In den nächsten Tagen beginnt in Bayern sein Paarungsflug. Der charismatische Schmetterling ist einer von 17 bayerischen UrEinwohnern, für die sich die bayerischen Landschaftspflegeverbände in diesem Jahr besonders engagieren. Anlässlich der in Deutschland stattfindenden Konferenz zur Biologischen Vielfalt starten die bayerischen Landschaftspflegeverbände die Kampagne "Bayerns UrEinwohner".

Der Apollo braucht Licht und Wärme. Sein Lebensraum sind offene, felsdurchsetzte Wacholderheiden der Frankenalb. Weiden Schafe und Ziegen auf den Flächen, bleiben sie frei von Büschen und damit sonnig und warm. Doch die Schäferei lohnt sich nicht mehr. Heiden, die nicht mehr beweidet werden, verlieren ihre angepasste Artenvielfalt, wie den Apollo. Die Landschaftspflegeverbände setzen sich für die Schafbeweidung ein und tragen Sorge, dass der hübsche Falter weiterhin sonnige Flächen findet. Auf einer Exkursion des Landschaftspflegeverbandes Lichtenfels am heutigen Tag der biologischen Vielfalt können die ausgewachsenen Raupen der fränkischen Frühlingsgötter kurz vor ihrer Verpuppung beobachtet werden. Ein "Apollofalterweg" und eine Wanderausstellung entstehen im Laufe des Sommers und informieren Einheimische und Besucher über den seltenen Schmetterling und seine Bedürfnisse.

"Schäfer sind wichtige Partner in der Landschaftspflege. In Bayern arbeiten wir mit über 200 Schäfern zusammen. Wir setzen uns gemeinsam für den Erhalt unserer Kulturland-schaft und der Artenvielfalt ein", betont MdB Josef Göppel, Vorsitzender des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege. Doch zu den Aufgaben der Landschaftspflegeverbän-de gehört nicht nur der Arten- und Lebensraumschutz. Die Bayerischen Landschaftspflegeverbände erreichen mit ihren Naturerlebnisaktionen jährlich über 65.000 Menschen. "Mit der Kampagne Bayerns UrEinwohner gehen wir auf die Menschen zu, um sie über die Schönheit unserer heimischen Arten zu informieren und für die Natur und die Besonderheiten unserer Landschaften zu begeistern", so Göppel.

Bayerns UrEinwohner sind urige Tier- und Pflanzenarten mit skurrilen Lebensweisen, einzigartiger Geschichte und anderer Besonderheiten. Die Zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene beispielsweise legt ihre Eier in leere Schneckenhäuser. Der Weidenberger Spindling ist eine einheimische Urpflaume, die seit 2000 Jahren in Bayern genutzt wird. An ganz wenigen Stellen wird sie heute noch zu leckeren Produkten verarbeitet.

Bilder können auf folgender Internetseite abgerufen werden:
http://www.bayerns-ureinwohner.de

Kontakt:
Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) e. V.
Koordinierungsstelle Bayerische Landschaftspflegeverbände
Christiane Feucht,
Feuchtwanger Str. 38
91522 Ansbach
Tel. 0981/4653 - 3543
feucht(at)lpv.de