Deutscher Verband für Landschaftspflege - DVL e.V.
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Landschaftspfleger und Deutsche Bahn retten Sandtraganten

23. Juli 2008 Christiane Feucht

Ungewöhnliche Allianz für fränkischen UrEinwohner

Nürnberg, Ansbach, 24.7.2008. Auf einer kleinen Bahnanlage mitten in Nürnberg wächst eine kleine hochbedrohte Rarität: der Sandtragant. Diese zierliche Pflanze gedeiht nur auf Sandböden. Es ist das letzte Vorkommen der Art südlich der Elbe. Der Landschaftspflegeverband Stadt Nürnberg, die Stadt Nürnberg und die Deutsche Bahn haben sich zu einer ungewöhnlichen Allianz zur Rettung des fränkischen UrEinwohners zusammengeschlossen. "Die Pflegemaßnahmen des Landschaftspflegeverbandes Nürnberg sind ein gutes Beispiel dafür, wie Natur und Netzsicherheit profitieren können. Die Erhaltung einer offenen Fläche hilft den gefährdeten Sandspezialisten und spart den aufwändigen Rückschnitt von Gehölzen", erläutert Uwe Eiser, Umweltschutzbeauftragten der DB Projektbau für Nordbayern.

"Wir wissen das Engagement der Deutschen Bahn für die wertvollen Lebensräume auf ihren Flächen sehr zu schätzen", so Dr. Peter Pluschke, Umweltreferent der Stadt Nürnberg und Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes Stadt Nürnberg. "Für den Schutz und Erhalt der Arten brauchen wir starke Partner, wie die Deutsche Bahn", so Pluschke. Die Bahnanlagen in Nürnberg, wie z.B. der Rangierbahnhof, beherbergen eine Vielzahl an bedrohten Tier- und Pflanzenarten. 

Der Sandtragant ist eine botanische Besonderheit in Bayern. Auf der 3000 m² großen Sandfläche in Nürnberg hat er optimale Bedingungen gefunden und konnte deswegen bis heute überdauern. Wie der Sandtragant nach Franken kam ist ein Mythos. Er wurde bereits in botanischen Aufzeichnungen vor 350 Jahren in der Region erwähnt. Die Pflanze ist eine von 17 Arten, die im Mittelpunkt der Kampagne "Bayerns UrEinwohner" der bayerischen Landschaftspflegeverbände stehen.

"Der Sandtragant steht für uns auch für den Naturschutz in der Stadt, denn Artenvielfalt gibt es nicht nur in Naturschutzgebieten", betont Klaus Blümlhuber, Landessprecher der bayerischen Landschaftspflegeverbände. "Auch in besiedelten Gebieten gibt es eine große Vielfalt an hochspezialisierten Arten, die wir schützen und erhalten wollen", so Blümlhuber.

"Bayerns UrEinwohner" sind 17 ausgewählte Tier- und Pflanzenarten mit besonderer regionaler Bedeutung für die Artenvielfalt in Bayern. Neben konkreten Artenschutzmaßnahmen machen die bayerischen Landschaftspflegeverbände die Arten mit vielfältigen Aktionen für alle bekannt und erlebbar. Die Kampagne wird unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. 

Weitere Informationen und Bilder unter www.bayerns-ureinwohner.de

Kontakt:
Petr Mlnarik, LPV Nürnberg, Tel. 0911/2314723
Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) e. V.
Koordinierungsstelle Bayerische Landschaftspflegeverbände
Christiane Feucht, Dr. Jürgen Metzner
Tel. 0981/4653-3540, Mobil: 0176/64836245
Feuchtwanger Str. 38, 91522 Ansbach