Deutscher Verband für Landschaftspflege - DVL e.V.
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Foto: Spath

Mountainbiker unterstützen Auerhuhnschutz

Mit geführter Mountainbiketour durch das Fichtelgebirge für verantwortungsvolle Freizeitnutzung und Naturschutz werben

20. August 2009

Das Fichtelgebirge ist ein Eldorado für Mountainbiker und viele andere Outdoor-Sportarten, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Gerade die dafür so einladenden Hochlagen der hufeisenförmigen Bergkette sind auch Lebensraum seltener Tierarten, wie zum Beispiel der Auerhühner. Die stark vom Aussterben bedrohten Wildhühner sind äußerst empfindlich gegen Störungen durch den Menschen.

Am 18.8. informierte Ronald Ledermüller, Projektmitarbeiter des Naturparks Fichtelgebirge, die Teilnehmer der "Genius-Tour", die am vergangenen Wochenende von der Firma Zweirad Schneider aus Wunsiedel veranstaltet wurde, über diese seltenen und beeindruckenden Vögel. Von Wunsiedel aus radelte die Gruppe zum Kornberg und von dort aus über den Epprechtstein, Waldstein, Rudolfsattel schließlich zurück zum Ausgangspunkt. Bei dieser Tour über 80 Kilometer und rund 1300 Höhenmeter durchquerten die Mountainbiker auch Gebiete in denen noch Auerhühner leben.

"Für uns als verantwortungsvolle Mountainbiker ist es selbstverständlich, nur die ausgewiesenen Wege zu nutzen, um die empfindliche und wertvolle Natur in unserem Fichtelgebirge nicht zu beeinträchtigen. Schließlich wollen wir sie ja auch genießen", betonte Christian Schneider, Junior-Chef des Wunsiedler Zweiradgeschäfts. Das Engagement der Wunsiedler Firma geht dabei weit über diese Aktion hinaus. Um einen Beitrag zur besseren Information von Waldbesuchern im Fichtelgebirge zu leisten, hat sich der Landschaftspflegeverband Wunsiedel Unterstützung vom Bayerischen Umweltministerium und von den Bayerischen Landschaftspflegeverbänden geholt. In diesem Jahr wurden die seltenen Auerhühner im Fichtelgebirge in die Artenschutzkampagne "Bayerns Ureinwohner" aufgenommen. Die Firma Zweirad-Schneider und der Mountainbikehersteller SCOTT unterstützen dieses Projekt mit 1500 Euro. "Dieses außergewöhnliche Engagement freut uns natürlich ganz besonders, weil es ein Zeichen dafür ist, dass Freizeitsport und Naturschutz durchaus verträglich miteinander existieren können", erklärte Ronald Ledermüller. "Konflikte mit Freizeitsportlern in den Schutzgebieten entstehen meist durch Unwissenheit, nicht weil die Radfahrer, Wanderer, Schneeschuhgeher oder Skifahrer bewusst den Auerhühnern schaden wollen", erklärt der Projektmitarbeiter.

Im Rahmen des Projektes sollen unter anderem Infotafeln für Wanderwege erstellt werden sowie eine Broschüre, die Waldbesitzer auf wertvolle Strukturen aufmerksam macht, die Auerhühner in ihren Lebensräumen dringend brauchen. Ronald Ledermüller erklärt: "Der Naturpark Fichtelgebirge und der größte Waldbesitzer, die Bayerischen Staatsforsten sowie die Bayerische Forstverwaltung bemühen sich stark um den Erhalt der Tierart in unseren Wäldern. Wenn es gelingen soll, müssen wir aber an vielen Schrauben drehen. Die Akzeptanz bei Freizeitsportlern dafür, nicht jeden stillen Winkel unserer Hochlagenwälder zu nutzen, gehört unbedingt auch dazu."


Bildunterschrift:
Für die Teilnehmer der "Genius-Tour" durch das Fichtelgebirge, veranstaltet von der Firma Zweirad-Schneider aus Wunsiedel, ist der Schutz der Natur beim Mountainbiken selbstverständlich. Über die seltenen Auerhühner informierte Naturpark-Mitarbeiter Ronald Ledermüller (vorne links) die Biker. Geführt wurden die Mountainbiker auf ihrer 80 Kilometer langen Tour von Christian Schneider (hinten, zweiter von links).


Gudrun Frohmader-Heubeck
Naturpark Fichtelgebirge e.V.
Landschaftspflegeverband Landkreis Wunsiedel

Ronald Ledermüller
Projektmitarbeiter Naturpark Fichtelgebirge

Zum Auerhuhnprojekt geht es hier.