Deutscher Verband für Landschaftspflege - DVL e.V.
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Natur in Kommunen

Artenschutzkampagne Bayerns UrEinwohner bringt mehr Natur in Siedlungsgebiete

05. Oktober 2016

Grüne Oasen in den Städten und Gemeinden leisten einen Beitrag zur Lebensqualität und helfen, die Artenvielfalt zu erhalten. Die Landschaftspflegeverbände starteten im Rahmen der Artenschutz-kampagne „Bayerns UrEinwohner“ die ökologische Aufwertung in neun Städte, Gemeinden und Landkreisen. Naturnahe Flächen und Strukturen im unmittelbaren Umfeld der Menschen erhöht die Lebensqualität und schafft Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Ge-meinsam mit dem Bayerischen Umweltministerium stellte der Deutsche Verband für Landschaftspflege mit dem Landschaftspflegeverband Rottal-Inn das Projekt in Markt Arnstorf und die Broschüre „Natur in Kommunen“ vor.

„Die Biodiversität ist ein einmaliges Naturkapital, das wir langfristig sichern müssen. Die Artenschutzkampagne ‚Bayerns UrEinwohner‘ schafft mit konkreten Projekten noch mehr Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt und einzigartiger Lebensräume. Die Natur beginnt bereits direkt vor der Haustür. Die grüne Infrastruktur der Städte bietet vielfältige Lebens- und Rückzugsräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Das zeigt sich auch beim Projekt ‚Arnstorfer Kiebitz-Au‘. Das Projekt ist ein Gewinn für Mensch und Natur: Stadtentwicklung, Naturschutz und stadtnahe Erholungsräume werden dabei eng vernetzt“, betonte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf.

Der Markt Arnstorf im Landkreis Rottal-Inn macht es vor: Dort stellte der Eigentümer Graf von Deym der Gemeinde 20 Hektar siedlungsnahe Fläche für den Naturschutz zur Verfügung. Die Gemeinde beauftragte den Landschaftspflegeverband für die Umgestaltung der Fläche. Dieser öffnete in Abstimmung mit Eigentümer und Gemeinde den Planungsprozess, in dem neben Naturschutz auch Umweltbildung und Naherholung als Ziele einbezogen wurden und lud die Bürgerinnen und Bürger der Stadt zur Ideenfindung ein. In mehreren Workshops erarbeitete der Landschaftspflegeverband mit den Beteiligten eine umfangreiche Planung, die alle Bereiche berücksichtigt. Die Umsetzung begleitet der Landschafts-pflegeverbands auch in den nächsten Jahren. Auf diese Weise wurde die größtmögliche Akzeptanz für die Flächengestaltung und die Naturschutzmaßnahmen auch in der Bevölkerung erreicht.

In der Broschüre „Naturschutz in Kommunen“ stellt der Deutsche Verband für Landschaftspflege neun Beispiele der UrEinwohner-Kampagne 2015/2016 vor und zeigt, wie ökologischen Aufwertung mit Landschaftspflegeverbänden gelingen kann. Darunter sind Bei-spiele, wie ökologische Regenrückhalteflächen auf dem Flughafen Nürnberg und Anlage von Blühflächen in Traunreut und Augsburg oder die ökologischen Pflege von Straßenbegleitgrün in Grafenwöhr. Die Broschüre richtet sich an alle Kommunen und wird von den kommunalen Spitzenverbänden unterstützt.

„Bayerns UrEinwohner“ sind ausgewählte Tiere und Pflanzen, die typisch für die Landschaften Bayerns sind. Viele davon sind gefährdet und müssen geschützt werden, indem neuer Lebensraum erhalten und geschaffen wird. Die bayerischen Landschaftspflegeverbände engagieren sich für den Schutz der biologischen Vielfalt und unterstützen die Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie. Die Kampagne wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert.