Deutscher Verband für Landschaftspflege - DVL e.V.
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Foto: Gabi Rasch

Foto: Gabi Rasch

Natur findet Stadt

Artenschutzkampagne Bayerns UrEinwohner bringt mehr Natur in die Stadt

29. September 2015

Ansbach, Traunreut 1.10.2015. Natur und Stadt müssen keine Gegensätze sein. Siedlungsgebiete können sogar eine große Vielfalt an Tieren und Pflanzen beherbergen. Diese Erkenntnis will die Artenschutzkampagne „Bayerns UrEinwohner“ des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) Bürgern, Kommunalpolitikern und der Wirtschaft näher bringen. Die Stadt Traunreut am Alpenrand ist eine von neun Modellkommunen in Bayern, die Nischen und Rückzugsräume für wildlebende, heimische Tier- und Pflanzenarten schaffen will. Dort stellten der örtliche Landschaftspflegeverband gemeinsam mit dem DVL und Bürgermeister Klaus Ritter ihr Projekt „Traunreut brummt“ vor, das damit den Auftakt für die bayernweite Kampagne bildet.

„Mehr Natur in die Stadt zu bringen, ist möglich“, so Projektleiterin Christiane Feucht vom DVL. „In der immer intensiver genutzten Landschaft bieten sich Städte als Raum für Artenvielfalt an.“ Davon profitierten nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern auch die Lebensqualität der Menschen. „Blütenreiche Wiesen und Sträucher mit lebhaftem Insektentreiben inspirieren uns mehr als Golf-rasen mit Thujahecken“, so Feucht.

Blütenreiche Säume und Wiesen, wie sie in der Landschaft vielerorts verschwunden sind, lassen sich in der Stadt neu schaffen. Genau das versucht der Landschaftspflegeverband Traunstein in Traunreut. „Indem wir Freiflächen naturnah gestalten, können wir Wildkräuter und Insekten fördern und so mehr Natur in der Stadt zulassen.“, so Andrea Vetter vom Landschaftspflegeverband Traunstein. Bienen, Hummeln und andere wildlebende Insekten seien immens wichtig für die Bestäubung vieler Kulturpflanzen und als Nahrung für Vögel und Fledermäuse.

Auf städtischen Freiflächen und Ausgleichsflächen am Stadtrand sorgt Stadtgärtner Robert Kratzer bereits seit Jahren für die Entwicklung blütenreicher Wiesen- und Rasenflächen. Im Zuge des Projektes „Traunreut brummt“ setzen sich nun, zusammen mit dem Landschaftspflegeverband, auch die BSH Hausgeräte GmbH, die Immobilien- und Hausverwaltung der Raiffeisenbank Trostberg-Traunreut eG, die Eigenheimer Vereinigung Traunreut, sowie die örtlichen Imker-, Gartenbau- und Kleingartenvereine und die BN Ortsgruppe für mehr Blütenreichtum in der Stadt ein. Dazu legt der Landschaftspflegeverband auf Freiflächen von Betrieben und Wohnblöcken einzelne Blumenwiesen, Blumenrasen oder blühende Säume an, um Vorbilder für weitere derartige Gestaltungen zu schaffen. Leitart für das Projekt ist die Steinhummel. Die Tiere sind durch ihre schwarze Färbung mit rotbraunem Hinterleib leicht zu erkennen und bevölkern auch städtische Freiflächen. Neben einem besseren Nahrungsangebot durch mehr Blühflächen sollen im Rahmen des Projektes auch Nisthilfen für die Steinhummel aufgestellt werden. Die Herstellung der Nisthilfen erfolgt durch die Schreinerei der Chiemgau Lebenshilfe Werkstätten in Palling.

„Bayerns UrEinwohner“ sind Tiere und Pflanzen, die typisch für die Landschaften Bayerns und seiner Regionen sind. Viele davon sind gefährdet und müssen geschützt werden, indem neuer Lebensraum geschaffen wird. Die bayerischen Landschaftspflegeverbände engagieren sich für den Schutz der biologischen Vielfalt und unterstützen die Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie. Die Kampagne wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert.